Was gibt es Neues?

Am letzten Donnerstag hatte ich endlich mal wieder Zeit, zu Leiterin Katrin in die Halle zu fahren, um die neuesten Entwicklungen in der Halle zu erfragen. Glücklicherweise hatte Sie am späten Abend noch etwas Zeit, mir einige Fragen zu beantworten und meine Neugier über die letzten Neuigkeiten zu stillen.

Am 4. März wurde es plötzlich sehr hektisch. Die Schuberthalle sollte sehr (!) kurzfristig zur Neubelegung vorbereitet werden. Man hat die etwa 45 dort befindlichen Bewohner also in die Mehrzweckhalle verlegt, so dass die aktuelle Belegung mit den bereits seit einigen Wochen in der Halle wohnenden Menschen ca. 116 Personen beträgt. Der Großteil der Bewohner ist jetzt schon fast zwei Monate in der Halle und dementsprechend macht sich teilweise auch etwas Unmut breit, um nicht das Wort Lagerkoller zu bemühen. Die Flüchtlinge warten auf ihren Transfer und wären dankbar, wenn es etwas schneller ginge. Die üblichen Freizeitbetätigungen sind nach wie vor gut besucht. Die vier stattfindenden Deutschkurse werden dankbar angenommen, auch das wöchentliche Flüchtlingskaffee findet unter reger Beteiligung statt. Der eine oder andere Bewohner macht schon mal einen Tagesausflug nach Köln, sporadisch werden die Kinder dabei unter der Obhut des DRK zurückgelassen.

Wer sich mal ein Bild über die angebotenen Deutschkurse machen will, kann sich ein Teil des Lernmaterials gerne mal unter der Internetssite „Deutschkurs für Asylbewerber“ anschauen.

Gerade für die jüngsten Bewohner bemüht man sich, tolle Sachen anzubieten. 13 Flüchtlingskinder dürfen am Unterricht der Grundschule teilnehmen. Jedes dieser Kinder darf dann drei Klassenkameraden mitsamt einem Elternteil zu einem Spielenachmittag am kommenden Dienstag Nachmittag einladen. Jeden Abend werden die Kinder auch von einem Pädagogen zum gemeinsamen Zähneputzen eingesammelt. Dann heißt es ganz klassisch „Zähneputzen – Ab ins Bett!“

Zwischendurch gab es auch mal eine Versammlung mit sämtlichen Bewohner, um die wichtigsten organisatorischen Dinge zu klären. Am 8. März wurde der Weltfrauentag gefeiert, der in manchen Kulturkreisen eine weit höhere Bedeutung hat als in hiesigen Breitengraden. Dazu wurde eine Tanzveranstaltung mit den Flüchtlingsfrauen organisiert.

Ein paar Einzelheiten noch zu den Bewohnern: die hochschwangere Frau ist dies nach wie vor, und wer die aktuelle Presse verfolgt wird mit Bestürzung feststellen, dass dieses Baby wohl auch kein gebürtiger Wermelskirchener wird. Dass die Familienzusammenlegung von Flüchtlingen in Deutschland immer noch nicht reibungslos klappt, will ich kurz an zwei Beispielen aus der Halle verdeutlichen: eine Frau ist mit ihren sechs Kindern in der Halle untergebracht, ihr Ehemann in einer völlig anderen Unterkunft in einer anderen Stadt. Und es gibt auch einen Flüchtling, der offensichtlich taubstumm ist. Die Verständigung fiele eventuell leichter, wenn er mit seiner Ehefrau zusammen wäre. Doch diese wohnt auch in einer anderen Halle. Sowas sind wohl auch keine Einzelfälle.

Schließen möchte ich mit dem Hinweis, dass am kommenden Wochenende ja auch wieder Neujahr ist, jedenfalls für einen Teil der Flüchtlinge. Guten Rutsch!