Was die Flüchtlinge gegen Langweile machen…

Trotz der jüngsten Meldungen aus der Halle beschäftigen sich die meisten Bewohner der Halle in friedlicher Art und Weise.

Für die Kommunikation über die neuen Medien steht ihnen weiterhin das Freifunk-WLAN zur Verfügung, welches auch rege genutzt wird. Vor einigen Tagen ist die Frage aufgekommen, ob das WLAN abends oder nachts abgeschaltet wird. Ich habe nachgefragt und selbstverständlich läuft es durchgängig 24h am Tag. Es würde mir auch kein einziger Grund einfallen, warum das nicht so sein sollte, zumal zwischen der hiesigen Ortszeit und der Ortszeit im Heimatland eines Flüchtlings ja auch einige Stunden Unterschied sein können.

In der Zeit vor Weihnachten haben mit den Bewohner einige Kochevents stattgefunden, bei denen die Bewohner die Gelegenheit hatten, selbst mal etwas zu kochen. Ich war nicht eingeladen, gehe aber davon aus, dass es lecker war. Mir sind jedenfalls keine Fälle von Lebensmittelvergiftung bekannt geworden.

Ein Großteil der Bewohner lernt weiterhin begierig Deutsch, die angebotenen Deutschkurse werden wohl nach wie vor mit Begeisterung frequentiert.

Etwa 50 Flüchtlinge haben in der evangelischen Kirche den Weihnachtsgottesdienst besucht und sind freundlich aufgenommen worden.

Sport wird weiterhin getrieben, auf der kleinen freien Fläche innerhalb der Halle wird von Zeit zu Zeit Basketball oder Federball gespielt. Im einem der Jugendräume in der Halle sind zwei Kickertische aufgestellt worden, die hocherfreut aufgenommen worden sind, jedenfalls so lange, bis sich ein Grüppchen Halbstarker nicht mehr gesittet über einen Belegungsplan einigen konnte. Die Leitung vor Ort musste also kurz intervenieren. Danach gab es wohl keine Probleme mehr, die Drohung, die Kickertische wieder zu entfernen muss wohl zu einem Einsehen geführt haben. Im Anschluss haben die Bewohner sogar das eine oder andere Kickerturnier gespielt. Oben genannte Halbstarke haben in einem Anfall von jugendlichem Übermut dann die geübte einheimische Bevölkerung, vertreten durch einige DRKler, herausgefordert. Und sind sang- und klanglos untergegangen. Wer fordert auch schon Deutsche zum Fußball raus…

Drei Familien habe sich wohl auch kurzerhand in die Kraftpost gesetzt und sind zu einem Tagesausflug nach Köln gefahren, um die deutsche Kultur zu studieren.

In die Rubrik „wenn Kulturen kollidieren“ passen wohl folgende zwei Anekdoten. Ein junger Mann präsentierte stolz seine frisch gegelte Frisur. Bei genauerem Hinschauen war aber in der Haarpracht die eine oder andere Seifenblase zu entdecken. Es wurde nachgefragt, ob alles in Ordnung sei. Stolz auf seine neu erworbenen Deutschkentnisse verwies der Mann immer wieder auf die Tube mit dem Wort „Gel„. Es fiel schwer (auch vor lachen), die Bedeutung der Vorsilbe „Wasch-“ zu erklären. Nun ja, manche finden schäumendes Haargel wohl OK. Die Sache mit dem „Gel“ scheint auch nicht so leicht zu sein. Dezenter Hinweis: Duschgel ist nicht für die Waschmaschine!

Ein letzter Satz zu den Sicherheitsproblemen: vor unlösbare Schwierigkeiten stellt die Security und die Leitung offenbar zur Zeit ein renitentes 5jähriges Mädchen, welches sich den Anweisungen stets widersetzt. Wenn das mal nicht eskaliert! Zu welchen apokalyptischen Zuständen das führen kann, verdeutlicht dieses Video aus einem Flüchtlingscamp, in dem die serbische Polizei dem Treiben der Flüchtlingskinder aus dem mittleren Osten nahezu schutzlos ausgeliefert ist. 😉