Unbegleitete Kinder – Update 2

Zwar nicht bei der ersten großen Gruppe, aber bei der zweiten Flüchtlingsgruppe (die am letzten Freitag abgereist sind) waren mehrere unbegleitete Kinder dabei. Es handelte sich um 16 Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren, die sich alleine auf den Weg gemacht oder die im Laufe der Reise von Begleitern getrennt wurden. Was passiert eigentlich mit dieser Gruppe, die man in ihrem Alter sicher nicht alleine weiter reisen lassen kann?

Zuerst einmal wird versucht, das Alter der Kinder rauszufinden. Jugendliche, die das Alter von 16 Jahren erreicht haben, können nach genauer Untersuchung eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erhalten, wenn Ihnen die dafür notwendige Reife attestiert wird. Wer es mit 16 oder mehr Jahren geschafft hat, eine Reise von ein paar Tausend Kilometern unbeschadet zu überstehen und sich auch dementsprechend „erwachsen“ benimmt, kann so praktisch auch weiterhin wie ein Erwachsener behandelt werden.

Sich um die anderen Kinder zu kümmern ist Aufgabe des Jugendamtes. Damit eins klar ist: kein allein reisendes Kind bleibt in einer Massenunterkunft wie der Mehrzweckhalle. Die Kinder kommen in die Obhut des Jugendamtes und werden in pädagogische Einrichtungen gebracht, z.B. wenn sie traumatisiert sind, oder idealerweise natürlich in engagierte Gast- und Pflegefamilien.

Wer sich als Pflegefamilie zur Verfügung stellt, muss zuerst einmal über ein sauberes erweitertes polizeiliches Führungszeugnis verfügen und natürlich geeigneten Wohnraum und die entsprechende finanzielle Unabhängigkeit nachweisen. Ist dies gewährleistet, kann das Jugendamt eine Pflegeerlaubnis ausstellen. Für die Unterbringung bekommt man dann Geld, so dass die finanzielle Belastung durch das Pflegekind möglichst gering bleibt. Außerdem wird die Familie intensiv durch entsprechende Institutionen wie Sozialarbeiter usw. unterstützt.

Über die Thematik gibt es einen passenden Online-Artikel des RGA vom 12. November 2015. Dort wird auch auf eine Informationsveranstaltung des Jugendamtes für potenzielle Gast- und Pflegeeltern hingewiesen. Diese findet am kommenden Donnerstag, den 19. November 2015 um 18:00 Uhr im Bürgerzentrum statt.

Update vom 13. November 2015: Auch die RP-Online berichtet in einem Online-Artikel vom 13. November 2015 darüber.

Update 2 vom 21. November 2015: Die Wermelskirchener zeigen beim Info-Abend durchdachte und engagierte Hilfsbereitschaft für die Flüchtlingskinder.
Der RGA berichtet darüber in einem Online-Artikel vom 20. November 2015.
Die RP-Online berichtet in einem Online-Artikel vom 21. November 2015 darüber.