Neues aus der Halle im neuen Jahr

Es ist die letzten Wochen etwas ruhiger geworden auf dieser Seite. Irgendwie hatte keiner mehr Zeit oder Lust, mir interessante Informationen zukommen zu lassen, was sich in der Halle so tut. In den WhatsApp-Gruppen beschränkte man sich auf den reinen organisatorischen Kram, viele der freiwilligen Helfer, die schon mal die eine oder andere Anekdote geschrieben haben, ließen nichts mehr in dieser Art von sich hören. Auch die üblichen wöchentlichen Besuche bei der Leitung des DRK vor Ort sind ausgefallen, wohl nicht zuletzt weil Katrin einige Zeit krankheitsbedingt ausgefallen war und Iman die Leitung alleine stemmen musste.

Ohne vernünftige Informationen kann ich hier auch nichts schreiben, die Gerüchteküche will ich nicht mit irgendwelchen ungesicherten Geschichten anfeuern. Zwischendurch hatte ich mit dem Gedanken gespielt, dieses kleine Projekt notgedrungen aufzugeben. Umso erfreulicher fand ich es, als sich Leiterin Katrin Anfang des Jahres bei mir gemeldet hat und mir ein Treffen vor Ort an bot. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mich letzten Donnerstag Abend in der Halle mit ihr getroffen, um ein paar neue Dinge zu erfahren.

Die Halle ist seit einigen Wochen voll belegt. In der Halle sind 165 Flüchtlinge untergebracht, wie bei den beiden vorhergehenden Malen ein buntes Sammelsurium verschiedener Nationalitäten, überwiegend aus dem mittleren Osten – vor allem Syrien – aber auch aus einigen afrikanischen Staaten, und ein paar Menschen aus Balkanstaaten. Davon sind 55 Minderjährige, die aber alle in Begleitung durch Familienangehörige angekommen sind. Es gibt einige alleinstehenden Frauen und zum Beispiel auch eine Frau, die mit ihren zwei Kindern in der Halle wohnt.

Während die ersten zwei Gruppen in der Halle auf ihre offizielle Registrierung gewartet haben, ist diese gesamte Gruppe bereits registriert angekommen. Die Flüchtlinge sind also in der Halle untergebracht um auf ihren Transfer zu warten. „Transfer“ ist für die Flüchtlinge in diesem Fall ein magisches Wort, bedeutet es doch vor allem eine Perspektive zu bekommen und aus den spärlichen Gruppenunterkünften evtl. in eine etwas bessere Wohnsituation überführt zu werden.

Weil es immer wieder gefragt wird: medizinisch ist die Gruppe in bestem Zustand, alle sind bis auf die üblichen kleinen Wehwehchen gesund und munter. Die Röntgenuntersuchungen, denen sich bekanntlich fast alle unterziehen müssen, fand diesmal nicht in kleinen Grüppchen statt. Annähernd die gesamte Belegschaft ist mit einem Mal in ein Krankenhaus in die Kreisstadt gekarrt worden und alle sind nacheinander geröntgt worden.

In der Halle gab es diesmal am Anfang auch Ärger, bei dem letztendlich die Polizei gerufen werden musste. Ein Mann (angereist mit Frau und Kind) aus einer ehemaligen jugoslawischen Republik ist sehr forsch aufgetreten und hat vehement Sonderrechte eingefordert. Als die ausgesprochenen Drohungen dann etwas wüst ausgefallen sind, wurde die Polizei zur Hilfe gerufen. Die Familie wurde dann kurzum in eine andere Halle verlegt. Es gab einen Fall von Handydiebstahl und körperlicher Gewalt, der ebenfalls von der Polizei bearbeitet wurde.

Was die Bewohner in der Halle während ihrer Freizeit so unternehmen, werde ich morgen im Laufe des Vormittags in einem weiteren Artikel berichten.

3 thoughts on “Neues aus der Halle im neuen Jahr

  • 14. Januar 2016 um 20:01
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    Danke für deine Infos. Immer wieder interessant.

  • 14. Januar 2016 um 23:03
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    Cool, dass du die Seite noch am Laufen hälst!:)

  • 15. Januar 2016 um 7:59
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    Nichts zu danken. Solange ich substantielle Informationen bekomme, solange werde ich hier auch weitermachen. In diesem Sinne…

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